Bei der Pflanze Stevia rebaudiana handelt es sich um eine krautige, mehrjährige Pflanze, welche jedoch in vielen Fällen wie eine einjährige Pflanze kultiviert wird. Stevia wird bei idealer Kultivierung ungefähr einen Meter hoch und zeichnet sich durch 2-3 cm lange Laubblätter aus. Die Pflanze vermehrt sich durch die Windbestäubung und wird daher als „selbststeril“ bezeichnet. Die Keimquote der Steviasamen ist sehr niedrig und beträgt in der Regel nur ungefähr 15%. Zudem keimen nur die Samen, welche nicht älter sind, als ein halbes Jahr. Stevia rebaudiana gehört zu der Gattung der Stevien und ist der Familie der Korbblütler untergeordnet. Ursprünglich kommt die Pflanze, welche auch Süßkraut oder Süßblatt genannt wird, aus dem südamerikanischen Hochland und ist den dortigen Einwohnern schon seit Jahrhunderten für ihre süßenden und heilenden Eigenschaften bekannt. Die Bevölkerung Brasiliens und Paraguays verwendet die Pflanze traditionell als Zuckerersatz und Heilpflanze für die verschiedensten Erkrankungen.

Stevia als natürlicher Süßstoff

Stevia kann aufgrund ihrer süßenden Wirkung, welche auf die acht enthaltenen Stevioglykosiden zurückzuführen ist, als natürlicher Süßstoff und Zuckerersatz bezeichnet werden. Das aus der Pflanze gewonnene Konzentrat Steviosid ist als Süßstoff in den meisten Ländern Asiens, wie Japan, China und Thailand weit verbreitet. In Europa wurde die Pflanze durch die spanischen Konquistadoren im 16. Jahrhundert bekannt. Die Spanier berichteten von Ureinwohner des neu entdeckten Kontinents, die mit nur wenigen Blättern einer bis dahin unbekannten Pflanze literweise Kräutertee süßten.

In Deutschland als Lebensmittel derzeit nicht zugelassen

Hierzulande darf Stevia und das aus ihr gewonnene Steviosid bisher leider nicht als Lebensmittel verkauft werden. Jedoch finden sich zahlreiche Bezugsmöglichkeiten, wie Internethändler oder Naturkostläden, welche Stevia und Steviosid als Zahnpflegemittel und Badezusatz anbieten.